Fellfarben

Inhalt:

Das Fell
Die Entwicklung der Fellfarben
Die Grundfarben des Fells
   • Brauner
   • Fuchs
   • Rappe
Sonstige Fellfarben
   • Albino
   • Falbe
   • Isabelle
     • Weißisabelle
   • Schecke
   • Schimmel
   • Tiger



Das Fell

Die äußere Haut des Pferdes ist am ganzen Körper dicht mit Haaren bedeckt. Diese Behaarung ist auf den Augenlidern, in den Nüstern, an der Innenseite der Hinterschenkel, an Euter bzw. Schlauch sowie an After und Schamlippen sehr fein. Die Länge und sonstige Beschaffenheit des Haarkleides, das den übrigen Körper bedeckt, hängt von der Rasse (je edler das Pferd, desto feiner & seidiger das Haar) und von Stalltemperatur, Pflege, Futter- und Gesundheitszustand des Pferdes ab.

Diese Deckhaare stehen schräg in der Haut, und zwar auf großen Flächen gleichgerichtet im sogenannten Strich, d.h. einander dachziegelartig überdeckend. So bewirken sie ein leichtes Ablaufen des Regens und einen gewissen Windschutz. Die Allgemeine Richtung des Striches verläuft von Kopf Richtung Schweif. Stellen, an denen Haare verschiedener Richtung aufeinandertreffen, z.B. auf der Stirn, auf der Brustund an der Lende, bezeichnet man als Wirbel. Der Sitz der Wirbel ist individuell verschieden. Sie werden deshalb zusammen mit der Fellfarbe und den Abzeichen im Abstammungsnachweis und dem Pferde-/ Equidenpass (seit 1. Juli 2000 für jedes Pferd/Pony Pflicht) zur Identifizierung herangezogen.

Das Pferd wechselt sein Deckhaar im Frühling und im Herbst. Das Sommerhaar ist bei einem gesunden Pferd kurz, fein und glänzend, das Winterhaar lang, wollig und stumpfer. Während des Haarwechsels ist das Pferd für Krankheiten anfälliger und darum schonungsbedürftig. Außer den periodisch wechselnden Deckhaaren hat das Pferd an einigen Körperstellen längere und stärkere Haare ausgebildet, die besonderen Funktionen dienen und nicht gewechselt werden.

Das Langhaar, bestehend aus Mähne/Schopf und Schweif ist besonders lang und kräftig und hat vor allem die Aufgabe der Insektenabwehr. Die Wimpern, Nasen- und Ohrenhaare sowie der Kötenbehang schützen vor Nässe, Staub, Fremdkörpern und Schweiß. Die vereinzelt an Maul und Nüstern stehenden Sinus- oder Tasthaare sind bei der Nahrungsaufnahme wichtig.

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Die Entwicklung der Fellfarben

Die Fellfarbe der Wildpferde hing noch wesentlich von ihrem jeweiligen Lebensraum ab und wurde durch das Klima und die vorhandene Vegetation bestimmt. Sie würden sonst aufgrund ihrer auffälligen Erscheinung sehr schnell die Aufmerksamkeit der Raubtiere auf sich lenken und ihnen zum Opfer fallen. Sie hätten kaum die Gelegenheit sich fortzupflanzen. Die Haarfarbe ist also, ebenso wie alle anderen Eigenschaften, eine Auslese durch die Umweltbedingungen, durch die Natur. Bessere Tarnung garantiert längeres Überleben. Auf die Farben der Hauspferde haben natürliche Umweltbedingungen kaum mehr Einfluss, vor allem seit Pferde aus recht unterschiedlichen Gebieten zur Zucht eingesetzt werden.

Ursprünglich waren die Pigmentgrundlagen aller Pferdefarben, die wir heute kennen, im Erbgut der Wildpferde vorhanden. Durch die natürliche Auslese traten aber stets nur solche Farben in Erscheinung, die sich der Umgebung anpassten und dem Tier größtmöglichen Schutz gewährten. So schwankten die Fellfarben der Wildpferde, je nach Farbigkeit der Landschaft, in der sie lebten, meist zwischen dunkel(fahl)braun oder rötlichbraun, gelb-ocker und grau, häufig in Übergängen und in dunklen oder hellen Schattierungen. Auch konnten alle Farben zusammen vertreten sein, jedoch immer vermischt, um sich der wechselnden Farbigkeit der Landschaft besser anzupassen.
Beispiele: -> Exmoorpony, -> Przewalskipferd, -> Tarpan und das -> Sorraiapferd.

Hinzu kamen häufig dunkle Flecken oder Streifen, die das Erscheinungsbild noch zergliederten.
Beispiel: Zebra, das im Schatten eines weit verästelten Baumes kaum zu erkennen ist (ebenso Giraffe & Leopard)

Relikte dieser Streifungen haben sich bis heute an unseren Hauspferden als Aalstrich, Schulterkreuz und zebroide Querstreifen erhalten. Sowohl diese, wie auch Stehmähne und Mehl-/Milchmaul gelten als Wildpferdmerkmale. Durch den willkürlichen, züchterischen Eingriff des Menschen in der Domestikation aber wurde das Erbgut ganz verschiedener Pferde innerhalb kürzester Zeit (am vorhergehenden Entwicklungszeitraum gemessen) völlig „durcheinandergewürfelt“. Die dadurch entstandene Schockwirkung im Erbgefüge der nachfolgenden Generationen erstreckte sich auch auf die Farbgebung. Es bildeten sich Farben in leuchtenden, klaren Tönen heraus, die sich deutlich von der Umgebung abhoben. In der Wildnis wären diese Pferde sehr bald ausgestorben. In der Domestikation aber standen sie unter dem Schutz des Menschen, der stellvertretend für die Natur die Farbselektion, ob gewollt oder ungewollt, nach seiner Vorstellung traf.

Als Folge der Vermischungen verschiedenartiger Pferdetypen im Zuchtgeschehen traten zunehmend Degenerationserscheinungen auf, die sich im äußerlichen Erscheinungsbild des Pferdes als weiße Hautpartien auf rosafarbener, also pigmentloser Haut im ansonsten farbigen Fell mit dunkler, pigmentierter Haut niederschlugen. Während diese weißen -> Abzeichen als Domestikationsmerkmale gelten, die im Wildleben vermutlich nicht vorkamen, ergaben sich in der Wildnis in ganz seltenen Fällen >> Fehlfarben <<, Tiere mit pigmentloser Haut am ganzen Körper und elfenbeinfarbenen oder weißen Deckhaaren, die in Legenden als göttliche Erscheinungen besonders verehrt und in späteren Zeiten für Repräsentationszwecke speziell herausgezüchtet wurden. Diese Albinos mochten im Wildleben geringere Überlebenschancen gehabt haben, da sie in extremen Fällen wenig Widerstandskraft besaßen. Zudem lenkte ihr weithin leuchtendes Haarkleid die Aufmerksamkeit der Raubtiere auf sich.
Da im Pigmentvorrat der Wildpferde einst eine Farbpalette von Schwarz bis fahlgelb vorhanden war, aus der die Natur die jeweils günstigsten Überlebensfarben selektierte und der Umwelt anpasste, erscheinen auch in den Grundfarben der Hauspferde noch immer zahlreiche Schattierungen und Abwandlungen.

Mögliche Zusammenhänge zwischen Fellfarbe und Temperament, Charakter und Leistungsfähigkeit des Pferdes, etwa Schimmel = phlegmatisch oder Fuchs = feurig etc., sind in alten, rein gezogenen Rassen mitunter nicht von der Hand zu weisen, entbehren aber wissenschaftlicher Grundlage.

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Die Grundfarben des Fells

Als Grundfarben gelten im deutschsprachigen Raum:
-> Brauner
-> Fuchs
-> Rappe

Nachstehend werden die verschiedenen Fellfarben erläutert und anhand von Fotos erklärt.

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Brauner

Ein Pferd mit braunem Deckhaar und grundsätzlich schwarzem Langhaar nennt man Brauner. Augen, Haut und Hufe sind dunkelfarbig. Die Beine sind nach unten hin beim Fohlen oft heller als das übrige Deckhaar; allmählich färben sie sich dann dunkler, oft bis ins Schwarze.

Im Wesentlichen unterscheidet man folgende Varianten, je nach Farbabstufung des Deckhaars.
• Hellbraune haben oft einen schwarzen Aalstrich (z.B. -> Fjordpferd).
• Braune haben, von weißen Abzeichen abgesehen, meist schwarze Beine. (z.B. -> Englisches Vollblut)
• Dunkelbraune Pferde, deren Fell im Winter schwarz schimmert, nennt man auch Winterrappen.
• Schwarzbraune haben meist braune Nüsternränder und ein braunes Maul (-> Kupfermaul).

Hellbrauner
Brauner
Dunkelbrauner
Schwarzbrauner

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Fuchs

Ein Pferd mit hell-bräunlichgelbem bis dunkel-rotbraunem Deckhaar und gleichfarbenem, hellerem oder weißlichem Langhaar nennt man Fuchs. Augen, Haut und Hufe sind meist dunkelfarbig. Das Fohlenkleid ist meist heller als der spätere endgültige Farbton.

Im Wesentlichen unterscheidet man folgende Varianten, je nach Farbabstufung des Deckhaars.
• Hellfüchse haben hellbraunes bis ockerfarbenes Fell mit heller Mähne (z.B. -> Schwarzwälder Fuchs).
• Licht-/Goldfüchse haben goldgelb-schimmerndes Fell mit meist heller oder sogar weißer Mähne (z.B. -> Haflinger).
• Füchse haben ein leuchtendes kupferrotes bis dunkelrotes Fell mit gleichfarbiger oder etwas hellerer Mähne.
• Schweißfüchse haben rotbraunes Fell (Schweiß = Blut = rotbraun).
• Kohlfüchse haben dunkelbraunes oft auch stellenweise gräuliches Fell mit hellgrau-weißer Mähne.
• Dunkelfüchse haben dunkles eher nußbaumfarbiges Fell mit gleichfarbiger Mähne.

Hellfuchs
Gold-/Lichtfuchs
Fuchs
Schweißfuchs
Kohlfuchs
Dunkelfuchs

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Rappe

Ein Pferd mit schwarzem Deckhaar und schwarzem Langhaar nennt man Rappe. Augen, Haut und Hufe sind dunkelfarbig. Schwarze Pferde haben die stärkste Pigmentierung (Melanismus) und sind mit Ausnahme spezieller Rassen wie den -> Friesen, nicht sehr häufig. Die Geburtsfarbe von Rappen ist häufig ein dunkles Grau, tiefes Schwarz ist seltener.

Im Wesentlichen unterscheidet man folgende Varianten, je nach Farbabstufung des Deckhaars.
• Glanzrappen haben ein von Natur aus lackartig schimmerndes Fell.
• Kohlrappen haben ein schwarzbläulich glänzendes Fell.
• Rappen haben bräunliche oder gelbliche Aufhellungen unter dem Bauch, an der Innenseite der Gliedmaßen und am
  Maul. (z.B. -> Ariège-Pferd, -> Kladruber (Rappenzucht) und -> Westfriese).
• Sommerrappen haben im Sommer ein tiefschwarzes Fell, was degegen im Winter mehr bräunlich erscheint.

Glanzrappe
Kohlrappe
Rappe
Sommerrappe

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Sonstige Fellfarben

Sonstige Fellfarben sind:
-> Albinos
-> Falben
-> Isabellen
-> Schecken
-> Schimmel
-> Tiger

Bei manchen Rassen sind vom Zuchtverband alle Farben zugelassen, bei einigen nur bestimmte Farben oder Farbtöne erwünscht, andere werden durch Zucht verdrängt oder ausgemerzt. Wird eine völlig neue Rasse ausschließlich auf der Basis einer bestimmten Farbe „geschaffen“, wie z.B. bei den amerikanischen -> Palominos, so ist das die Extremform einer Farbzucht. Pferde, die in ihrer Färbung den vorgeschriebenen Farben einer Rasse nicht entsprechen, werden – sehr menschlich – als Fehlfarben eingestuft.

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Albino

Manche Pferde, werden mit einem (vererbbaren) teilweisen oder völligen Mangel des Farbstoffes Malanin geboren. Diese Erscheinung wird Albinismus genannt.
Vollalbinotische Pferde haben eine weiße Haut und weißes Haar. An der Regenbogenhaut (der Iris) und an anderen stark durchbluteten Hautstellen schimmert das Blut rötlich durch.
Weiße -> Abzeichen und Weißscheckung werden wissenschaftlich als Teilalbinismus bezeichnet.

Albinismus: vom spanischen albino für weißlich; Pigmentlosigkeit; krankhafte Ausnahmeerscheinung, die bei allen Rassen und auch im Wildleben auftreten kann. Wenig widerstandsfähig und oft unfruchtbar.
Erscheinungsbild: rote Augen, rosafarbene Haut, helle Hufe und reinweiße Behaarung.
!!! Nicht zu verwechseln mit -> Weißisabellen !!!

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Falbe

Ein Pferd mit hell-ockergelbem bis dunkel-torfbraunem Deckhaar mit ockerfarbenen Aufhellungen und dunkelbraunem, meist schwarzem Langhaar nennt man Falbe. Augen, Haut und Hufe sind dunkelfarbig. Meist dunkle Gliedmaßen, oft mit Wildpferdabzeichen (-> Aalstrich/zebroide Streifung der Gliedmaßen).

Im Wesentlichen unterscheidet man folgende Varianten, je nach Farbabstufung des Deckhaars.
• Dunkelfalben haben torfbraunes Deckhaar mit gelblichen Aufhellungen an Flanken und Schenkeln, meist auch ein -> Mehl-/Milchmaul.
• Falben haben ockerfarbiges Deckhaar. Gliedmaßen und Langhaar dunkel, meist schwarz (z.B. -> Fjordpferd).
• Hellfalben haben hellgelbliches Deckhaar mit leicht aufgehelltem Langhaar und helleren Gliedmaßen (z.B. früher häufig beim -> Andalusier und -> Connemarapony).
• Mausfalben haben mausgraues Deckhaar, mitunter auch mit gelblichen Aufhellungen an Bauch und Innenseite der Gliedmaßen. Augen, Haut und Hufe dunkelfarbig. Oft mit Aalstrich und schwarzen Beinen (z.B. -> Tarpan, -> Konik, -> Dülmener Wildpferd).
• Weißfalben haben sehr helles, beinahe weißes Deckhaar und häufig einen nur schwach gelblichen -> Aalstrich.

Dunkelfalbe
Falbe
Hellfalbe
Mausfalbe
Weißfalbe

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Isabelle

Ein Pferd mit gelblich-cremefarbenem Deckhaar und gleichfarbigem, hellerem oder weißem Langhaar nennt man Isabelle. Augen, Haut und Hufe dunkelfarbig. Bei pigmentarmen Tieren können die Augen blau oder hellbraun, die Haut rosafarben und die Hufe hell sein. Oft ist dann auch das Fell mehr elfenbeinfarbig.
Als Neugeborene sind alle Isabellen sehr hell getönt; sie dunkeln unterschiedlich stark nach, aber nicht so sehr wie ein -> Fuchs.

Die Bezeichnung "Isabelle" geht angeblich auf eine der spanischen Regentinnen bzw. Königstöchter mit dem Namen Isabella zurück. Sie soll ihr Hemd nach einem Schwur so lange nicht gewechselt haben, bis ihr Mann einen Kriegszug erfolgreich beendete. Eigentlich wollte sie damit betonen, dass die Eroberung sicher nicht lange auf sich warten ließ. Aber der Sieg gelang erst nach drei Jahren - und das einst blütenweiße Hemd der Dame hatte inzwischen (der Sage nach) eine gelbliche Färbung angenommen. So hübsch diese Geschichte auch sein mag, eine glaubhafte Erklärung ist sie nicht. Zutreffender dürfte sein, dass diese Bezeichnung für helle Pferde zu Ehren Isabellas der Katholischen erfunden wurde, die im 15. Jahrhundert in Spanien regierte. Zu der Zeit waren solche Pferde in ihrem Land sehr beliebt, und die Königin beführwortete die Zucht "gelber" Pferde, wohl ebenfalls der ausgefallenen Farbe wegen, die auch heute noch relativ wenig vorkommt.

Im Wesentlichen unterscheidet man folgende Varianten, je nach Farbabstufung des Deckhaars.
• Goldisabellen haben ein stark goldglänzendes Deckhaar.
• Isabellen sind mehr stumpf gelblich getönt.
• Weißisabelle -> siehe unten

Goldisabelle
Isabelle
Weißisabelle

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Weißisabelle

Weißisabellen (englisch >>Blue-Eyes-Cream<<, spanisch >>Cremello<<) sind mit braunen, blauen oder gelblichen Augen, rosafarbener Haut, elfenbeinfarbenem Fell und hellen Hufen die hellste Farbvariante des Isabellen und die letzte Vorstufe zum echten -> Albino. Sie verfügen noch über Restbestände der Pigmente, die in den Augen und auch in vereinzelten dunklen Körperflecken sichtbar werden. Sie haben häufig ein -> Krötenmaul und/oder haarlose Ringe um die Augen.
Ihre Heimat ist hauptsächlich der Westen der USA. Die gesamte Zucht geht auf einen weißgeborenen Hengst,
"Old King" (geb. 1906) zurück, der vermutlich von einem Araberhengst und einer Morganstute abstammte.

Für albinotische Pferde gibt es in den USA seit 1937 ein eigenes Zuchtbuch. Der "American Albino Horse Club" führt eine strenge Selektion hinsichtlich der Farbe durch.
Erscheinungsbild: Stockmaß 145-162cm; sehr hübsch proportioniert mit manchmal etwas langem Kopf, im Exterieur aber sehr unterschiedlich.
Eigenschaften: vorzügliche Eignung als Reitpferd auch für schwierige Lektionen; wird verwendet als Paradepferd, Zirkuspferd, Cutting Horse, Western Show Horse und zum Wanderreiten.

Weißisabellen wurden von Stammesoberen und Fürsten zur Repräsentation stets bevorzugt, da sie als seltene >>Weißgeborene<<, die ihre Fellfarbe nie veränderten, etwas Besonderes darstellten. Berühmt war die letzte Reinzucht von Weißisabellen im Gestüt Herrenhausen des Königshauses von Hannover bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. In fast allen Zuchten der Erde sind Weißisabellen sind heute in fast allen Zuchten der Welt weitgehend unerwünscht, da ihre Fellfarbe bei Paarung mit dunklen Pferden mit etwa 60% dominiert.

Allgemein zeigen Weißisabellen, im Gegensatz zu -> Albinos, keine Konstitutionsschwächen oder Härtemängel, lediglich ihre Augen, falls hellfarbig, sind geringfügig lichtempfindlicher als dunkle Augen. Die Sehfähigkeit ist jedoch nicht beeinträchtigt. Bestes Beispiel ist der -> Palomino.

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Schecke

Ein Pferd mit großen, unregelmäßigen geformtem Flecken im Deckhaar, die auffällig von der Grundfarbe (die an den Beinen zu sehen ist) abweichen nennt man Schecke. Sie sind meist braun und schwarz, oft braun oder schwarz auf weißem Grund oder umgekehrt. Das Langhaar ist meist einfarbig (in jeder Fabrvariation möglich), teilweise auch mehrfarbig. Augen, Haut und Hufe dunkelfarbig, bei Schimmelschecken meist helle Hufe.

Im Wesentlichen unterscheidet man folgende Varianten, je nach Farbabstufung des Deckhaars.
• Braunschecken haben braunes bis schwarzes Deckhaar mit weißen Flecken.
• Dreifarbige Schecken haben Deckhaar in Braun oder Grau, Schwarz und Weiß (z.B. -> Pinto).
• Falbschecken haben gelblich-cremefarbenes Deckhaar mit weißen Flecken.
• Fuchsschecken haben hellbraunes Deckhaar mit weißen Flecken (z.B. -> Paint-Horse).
• Rappschecken haben schwarzes Deckhaar mit weißen Flecken (z.B. -> Shetland-Pony).

Braunschecke
Dreifarb-Schecke
Falbschecke
Fuchsschecke
Rappschecke

Scheckfärbung gibt es in unzähligen Variationen, es dürfte kaum zwei Schecken geben, die sich aufs Haar gleichen.

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Schimmel

Ein Pferd mit nicht angeborenem weißen Deckhaar auf dunkler, pigmentierter Haut und überwiegend auch weißem oder stark mit weiß vermischtem Langhaar nennt man Schimmel. Augen, Haut und Hufe sind dunkelfarbig. Schimmel werden immer, im Gegensatz zu Albinos, mit dunklem Fell als Rappe, Brauner, Fuchs, Falbe oder Isabelle geboren. Manchmal weisen nur vereinzelte Härchen darauf hin, dass es sich um einen späteren Schimmel handeln könnte. Im Abstammungsnachweis wird deshalb vorsichtshalber häufig vermerkt: "Rappe (oder sonstige Farbe), kann Schimmel werden". Sie färben sich erst allmählich, meist am Kopf beginnend, mit jedem Haarwechsel heller, um schließlich mehr oder weniger weiß zu werden. Dieser Prozeß ist im Allgemeinen - ein wenig nach Rasse und individuell differierent - mit etwa 10 Jahren abgeschlossen.

Schneeweiß gewordene Schimmel gehören häufig zu den Südpferden (-> Andalusier, -> Araber, -> Berber) oder sind von ihnen stark beeinflusst. Bei den -> Lippizanern ist die heutige Alleinfarbe Weiß durch die Selektion in der Zucht gefördert worden. Manche Tiere werden nie ganz weiß, Relikte der Fohlenfärbung bleiben dann bis zum Lebensende erhalten. Auch Stichelhaar, das sind etwa gleiche Anteile von weißem und andersfarbigem Haar, ändert sich meist nach dem ersten Haarwechsel nicht mehr (z.B. Rotschimmel).

Im Wesentlichen unterscheidet man folgende Varianten, je nach Farbabstufung des Deckhaars.

• Apfelschimmel haben partiell weiße, runde Flecken auf grauem Grund.
• Atlasschimmel sind bereits weiß geborene Schimmel, die - im Gegensatz zum Albino - immer dunkle
  Augen und dunkelgefärbte Hautpartien am Kopf haben. Sie sind sehr selten.
• Blauschimmel haben ein bläulich schimmerndes Fell.
• Braunschimmel haben braunschimmerndes Deckhaar und anteilig schwarzes Langhaar.
• Fliegenschimmel sind mit fliegengroßen, dunklen Flecken "übersäht".
• Grau- und Rappschimmel haben einen gewissem Anteil von schwarzem Deck- und Langhaar.
• Rotschimmel haben rotschimmerndes Deckhaar und helles Langhaar.
• Schimmel haben weißes Deck- und Langhaar, vorwiegend ältere Tiere.

Apfelschimmel
Atlasschimmel
Blauschimmel
Braunschimmel
Fliegenschimmel
Grauschimmel
Rappschimmel
Rotschimmel
Schimmel

Schimmelfärbung ist kein Pigmentmangel, wie z.B. Albinismus, sondern eine frühzeitige Vergreisung des Haares. Sie ist dominant und vermutlich eine Folge der Domestikation.

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Tiger

Pferde, die bei dunkler Grundfärbung über den ganzen Körper verteilt etwa handflächengroße oder kleinere, runde/ovale, weiße bzw. bei heller Grundfärbung andersfarbige Flecken besitzen, nennt man Tiger (z.B. -> Knabstrupper, -> Appaloosa, -> Pinzgauer). Kopf, Beine und Schweif sind meist dunkel getönt.
Wenn die Fleckung nur auf der Kruppe auftritt, ist das Pferd ein "Schabracken"-Tiger.

Tiger

Die Bezeichnung Tiger ist bei uns - in den USA leopard - üblich, aber irreführend, da keine Streifung wie beim Tiger, sondern eine Fleckung, wie etwa beim Leopard gemeint ist.

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Quellen:







Das Pferd von A-Z: Rassen, Zucht, Haltung / Gerhard Kapitzke
4. Auflage – München; Wien; Zürich: BLV, 1993; ISBN 3-405-13275-4

Pferde A-Z: Rassen, Reitlehre, Pferdesport, Haltung u. Pflege / Edel Marzinek-Späth
[I11.: Hans Held]. - München: Franz Schneider Verlag GmbH, 1988; ISBN 3-505-09750-0

Welches Pferd ist das? : 130 Pferde- u. Ponyrassen in Farbe / Jasper Nissen;
10. Auflage – Stuttgart: Franckh, 1987 (Kosmos Naturführer); ISBN 3-440-05720-8

Fotomaterial:



Das Heyne Pferdebuch / Elwyn Hartley Edwards
2. Auflage - München: Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, 1992; ISBN 3-453-05917-4