Bahn- bzw. Hufschlagfiguren

Inhalt:

Definition: Die Reitbahn
Definition: Der Hufschlag
Definition: Die Hufschlagfiguren
Die Hufschlagfiguren (mit Bildern)
Sonstige Übungen in der Reitstunde (z.B. Rückwärtsrichten)



Definition: Die Reitbahn

Eine Reitbahn ist die Reitfläche in der Halle (= gedeckte Bahn) oder im Freien (= offene Bahn).
Die Flächenausdehnung beträgt 20 x 40m für die normale Ausbildung von Reiter und Pferd, die vorgeschriebenen Maße des Dressurvierecks für internationale Wettbewerbe sind 20 x 60m. Die Schmalseiten der Reitbahn heißen kurze Seiten, das andere sind die Langen Seiten. Wende- und Ansatzpunkte für die Hufschlagfiguren sind durch Buchstaben gekennzeichnet. Zum korrekten Ausführen der Figuren muss die Bahn mindestens doppelt so lang wie breit sein.

Reitbahn 20 x 40m Spruch zum besseren Auswendiglernen der Bahnbuchstaben für das Dressurviereck 20 x 60m Reitbahn 20 x 60m

Der Boden, auf dem die Pferde laufen, muss stets locker und weich sein, er besteht oft aus einer Mischung aus Sand, Torf und Holzspänen. Aber auch andere Untergründe haben sich bewährt. Zur Vermeidung feuchter Stellen (Pfützenbildung), muss der Unterboden drainiert sein, um ein besseres Ablaufen des Regenwassers zu gewähren.

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Definition: Der Hufschlag

Der Weg in der Reitbahn, der parallel zur Bande oder Reitplatzbegrenzung verläuft wird Hufschlag genannt.
Vorwiegend wird auf dem äußeren, auch ersten Hufschlag gennant, geritten. Langsamere Reiter weichen trabenden bzw. galoppierenden Mitreitern auf dem zweiten Hufschlag aus und, falls erforderlich, von dort auch auf den dritten oder vierten. Schlafmützen müssen gelegentlich durch den Ruf "Hufschlag frei!" erst auf das Wegerecht der anderen aufmerksam gemacht werden.

Die Hufschläge liegen jeweils eine gute Pferdebreite auseinander, damit es beim Überholen keine Engpässe gibt. Sie sind um so kürzer, je weiter sie nach innen liegen. Bei Seitengängen bewegen sich die Pferde stets auf zwei Hufschlägen.

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Definition: Die Hufschlagfiguren

Niemand sieht sie, aber dennoch sind sie vorhanden. Hufschlagfiguren sind festgelegte gerade und gebogene, schlangen- oder kreisförmige Lauflinien und Wendungen, die in der Reitbahn geritten werden.

Sie sollen den Trageapparat des Pferdes gymnastizieren und elastischer machen und den Reiter zu einwandfreier Hilfengebung bringen. Das Ziel ist die Beherrschung des Pferdes. Je sauberer die Hufschlagfiguren ausgeritten sind, desto vollkommener sind auch die Hilfen des Reiters. Die offene Bahn ist nach einiger Zeit von größerem Nutzen, weil der Reiter trotz ablenkender äußerer Einflüsse dem Pferd den nötigen Gehorsam abverlangen und auch mit unvorhergesehenen Situationen fertig werden muss, die im Gelände stets auftreten können.

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Die Hufschlagfiguren

Die folgenden Hufschlagfiguren sind alle im normalen Dressurviereck 20x40m abgebildet, können aber genauso im Dressurviereck 20x60m geritten werden. Es sind dann nur längere Wege erforderlich.

Ganze Bahn
Ganze Bahn

Beim Reiten auf der ganzen Bahn vor allem auf das saubere Ausreiten der Ecken achten. Dies ist die Voraussetzung für die korrekte Ausführung der Hufschlagfiguren.



Durch die Länge der Bahn wechseln
Durch die Länge der Bahn wechseln

Ein Handwechsel von der Mitte der kurzen Seite zur Mitte der gegenüberliegenden kurzen Seite.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
A-X-C oder C-X-A Durch die Länge der Bahn wechseln.
Durch die ganze Bahn wechseln
Durch die ganze Bahn wechseln

Auf der Diagonalen von Wechselpunkt zu Wechselpunkt die Hand wechseln. Dabei nicht vergessen, vorher und nachher, die Ecken ganz auszureiten.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
H-X-F/F-X-H oder M-X-K/K-X-M Durch die ganze Bahn wechseln.
Halbe Bahn
Halbe Bahn

In Dressuraufgaben heißt es manchmal auch statt "halbe Bahn": Mitte der langen Seite rechts (links) um, bei Erreichen der langen Seite rechts (links) um.



Durch die Hälfte der Bahn wechseln
Durch die Hälfte der Bahn wechseln

Ein Handwechsel von der Mitte der langen Seite zur Mitte der gegenüberliegenden langen Seite.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
E-X-B oder B-X-E Durch die Hälfte der Bahn wechseln.
Durch die halbe Bahn wechseln
Durch die halbe Bahn wechseln

Ein diagonaler Handwechsel vom Wech- selpunkt nach der ersten Ecke der langen Seite zur Mitte der gegenüberliegenden langen Seite.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
F-X-E ; M-X-E ; K-X-B oder H-X-B Durch die halbe Bahn wechseln.
Einfache Schlangenlinie
Einfache Schlangenlinie

Bei der einfachen Schlangenlinie ist die weiteste Entfernung vom Hufschlag (Mitte der langen Seite) 5m.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
M-F / F-M oder K-H / H-K Einfache Schlangenlinie an der langen Seite.
Doppelte Schlangenlinie
Doppelte Schlangenlinie

Bei der doppelten Schlangenlinie ist die weiteste Entfernung vom Hufschlag 2,50 m.
In der Dressuraufgabe lautet es dann:
M-F / F-M oder K-H / H-K Doppelte Schlangenlinie an der langen Seite.


Schlangenlinien durch die Bahn, vier Bögen
Schlangenlinien durch die Bahn,
vier Bögen

Nach jedem Bogen erst geradeaus reiten, dann das Pferd umstellen und umsitzen.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
F-X-E ; M-X-E ; K-X-B oder H-X-B Schlangenlinien durch die Bahn, 4 Bögen.
Auf dem Zirkel geritten
Auf dem Zirkel geritten

Nicht in die Ecken reiten, sondern nur an den Zirkelpunkten und Mitte der kurzen Seite den Hufschlag erreichen, sonst wird's eckig.


In der Dressuraufgabe lautet es dann:
A-X-A oder C-X-C Auf dem Zirkel geritten.
Auf dem Mittelzirkel geritten
Auf dem Mittelzirkel geritten

Der Mittelzirkel ist eine der schwierigsten Hufschlagfiguren, da man nur 2 sichtbare Zirkelpunkte an der langen Seite als Hilfe hat.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
B-E-B oder E-B-E Auf dem Mittelzirkel geritten.
Durch den Zirkel wechseln
Durch den Zirkel wechseln

Ein Handwechsel innerhalb eines Zirkels durch eine Schlangenlinie von Zirkelpunkt zu Zirkelpunkt mit Umstellen und Umsitzen über dem Mittelpunkt des Zirkels.



Aus dem Zirkel wechseln
Aus dem Zirkel wechseln

Diese Figur ist eine große Acht. Das Pferd über dem Mittelpunkt deutlich geradestellen und dann sauber umstellen und umsitzen.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
A-X-C oder C-X-A Aus dem Zirkel wechseln.
Volte
Volte

Die Volte wird als ein Kreis mit einem vorgeschriebenen Durchmesser (10, 8 oder 6m) geritten. Der Kreisbogen sollte nur einen Hufschlag aufweisen.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
K-E Volte (10m) - Marsch.
Acht
Acht

Eine Acht reitet man, indem man Mitte der langen Seite eine halbe Volte macht, dann in die andere Richtung eine ganze Volte und daran einen erneuten Handwechsel mit einer halben Volte anschließt.

Wird in Dressuren nicht gefordert.
Aus der Ecke kehrt / Kehrtvolte
Aus der Ecke kehrt / Kehrtvolte

Die Kehrtvolte entspricht in ihrem ersten Teil einer halben Volte, danach gerade zum Hufschlag zurückreiten und erst dann das Pferd umstellen.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
M Aus der Ecke kehrt (8m).
Viereck verkleinern und vergrößern
Viereck verkleinern & vergrößern

Das Pferd wird vom Wechselpunkt aus vorwärts-seitwärts in die Bahn geführt, auf Höhe der B-X-E Linie 3 Tritte geradeaus gestellt und wieder genauso zurück.

In der Dressuraufgabe lautet es dann:
F-M An der nächsten langen Seite Viereck verkleinern und vergrößern.

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Sonstige Übungen in der Reitstunde


Rückwärtsrichten / Schaukel

Das Rückwärtsrichten erfolgt durchlässig und mit gleich bleibender Länge der Tritte. Das Pferd tritt bei deutlichem Abfußen in diagonaler Fußfolge (Zweitakt) zurück. Es bleibt dabei in sich gerade gerichtet.
Wird nach dem Rückwärtsrichten das Halten verlangt, so ist der letzte Tritt ein halber Tritt, der als ganzer gezählt wird, damit das Pferd wieder geschlossen steht. Eine Pferdelänge rückwärts richten entspricht 3 bis 4 Tritten. Wird nach dem Rückwärtsrichten ein sofortiges Anreiten verlangt, darf das Pferd nicht zum Halten kommen.

In der Schaukel tritt das Pferd eine bestimmte Anzahl an Tritten zurück, daraus eine bestimmte Anzahl an Schritten (Viertakt) vor, tritt dann wieder eine bestimmte Anzahl zurück und wird aus dem letzten Rückwärtsrichten im Schritt, Trab oder Galopp angeritten. Die Übergänge aus der Rückwärts- in die Vorwärtsbewegung und umgekehrt erfolgen fließend und zwanglos. Das Pferd kommt während der Schaukel nicht zum Halten.

Überstreichen

Der Reiter geht für 2 bis 3 Pferdelängen mit den Zügelfäusten entlang des Mähnenkammes etwa 2 Handbreit vor. Die Selbsthaltung des Pferdes bleibt erhalten, wobei die Strin-Nasenlinie etwas deutlicher vor die Senkrechte kommen darf. Das Tempo bleibt unverändert.
Vorhandwendung

Die Vorhandwendung wird aus dem Halten ausgeführt. Vor Beginn der Wendung wird das Pferd zur Seite des seitwärtstreibenden Schenkels gestellt. Die Hinterhand des Pferdes beschreibt einen Halbkreis um die Vorhand. Der innere Hinterfuß tritt vor und über den äußeren. Der Wendepunkt liegt dicht am inneren Vorderfuß. Nach Vollendung der Wendung um 180° wird das Pferd wieder geradeaus gestellt.
In einer Reitbahn, in der sich der Hufschlag direkt an der Bande befindet, wird diese Lektion auf dem zweiten Hufschlag ausgeführt.



Vorhandwendung

"Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen"

Das Zügelmaß wird bis zum langen Zügel allmählich verlängert. Die sichere Verbindung zum Pferdemaul bleibt erhalten. Das Pferd behält Gangart, Takt und Tempo bei. Der Hals des Pferdes dehnt sich vorwärts-abwärts, bis sich das Maul mindestens auf Höhe der Buggelenke befindet, aber höchstens soweit, wie es das Gleichgewicht des Pferdes zulässt. Die Stirn-Nasenlinie bleibt vor der Senkrechten. Das Genick ist aufgrund der Dehnungshaltung nicht mehr der höchste Punkt.

Hinterhandwendung

Die Hinterhandwendung wird aus dem Halten begonnen. Bei der Einleitung der Wendung ist ein geringes Vortreten des Pferdes zulässig. Das Pferd ist in die Bewegungsrichtung gestellt und gebogen. Die Vorhand des Pferdes beschreibt einen Halbkreis um die Hinterhand. Der Wendepunkt liegt möglichst nah am inneren Hinterfuß, der dabei taktmäßig auf- und abfußt. Der äußere Hinterfuß beschreibt einen kleinen Halbkreis um den inneren. Die Vorderbeine treten vorwärts-seitwärts und kreuzen. Die Hinterbeine dürfen nicht kreuzen. Der klare Vietakt bleibt jederzeit erhalten. Da das Pferd wegen der Lage des Wendepunktes den Hufschlag um eine Pferdebreite verlässt, muss es zuletzt mit einem vorwärts-seitwärts gerichteten Schritt auf den Hufschlag zurückgeführt werden. Nur während dieses letzten Schrittes darf der äußere Hinterfuß vorwärts-seitwärts übertreten.

Kurzkehrtwendung

Die Kurzkehrtwendung erfolgt aus dem Mittelschritt oder aus dem Trab. Der Bewegungsablauf ist der gleiche wie bei der Hinterhandwendung, ohne dass das Pferd aber vor oder nach der Wendung zum Halten kommt.

Schrittpirouette

Die Schrittpirouette ist eine Wendung um die Hinterhand, die nur aus dem versammelten Schritt und mit erhöhtem Versammlungsgrad geritten wird. Der um die Hinterhand gerittene Halbkreis ist daher kleiner als bei der Hinterhand- bzw. Kurzkehrtwendung.

Seitengänge

Als Seitengänge werden Vorwärts-Seitwärts-Bewegungen mit gleichmäßiger Längsbiegung bezeichnet, die in entsprechender Versammlung geritten werden. Takt, Tempo und Bewegungsfluss bleiben erhalten.
Viereck verkleinern und vergrößern

Das Viereck verkleinern und vergrößern wird als eine Vorwärts-Seitwärts-Bewegung entlang einer gedachten diagonalen Linie geritten (siehe Bild oben). Das Pferd wird vom Wechselpunkt aus vorwärts-seitwärts 5m in die Bahn geführt, in Höhe des "Halbe-Bahn-Punktes" eine Pferdelänge geradeaus gestellt und vorwärts-seitwärts zum Wechselpunkt zurückgeführt. Das Pferd ist jeweils zur Seite des vorwärts-seitwärts treibenden Schenkels gestellt aber nicht gebogen. Das innere Hinterbein tritt in Richtung des Körperschwerpunktes vor. Das Pferd bewegt sich dabei annähernd parallel zur langen Seite.



Viereck verkleinern und vergrößern auch -Schenkelweichen- genannt

Schulterherein

Beim Schulterherein bleibt die Hinterhand auf dem Hufschlag und bewegt sich nahezu geradeaus. Die Vorhand des Pferdes wird so weit in die Bahn hineingeführt, dass die äußere Schulter des Pferdes vor die innere Hüfte des Pferdes gerichtet ist. Der innere Hinterfuß spurt in die Richtung des äußeren Vorderfußes.
Das Pferd ist um den inneren Schenkel gleichmäßig gebogen und bewegt sich auf 3 Hufschlaglinien. Beendet wird das Schulterherein, indem die Vorhand wieder auf die Hinterhand eingerichtet wird.



Schulterherein
Travers

Im Travers ist das Pferd in die Bewegungsrichtung gestellt und gebogen.
Die Vorhand bleibt auf dem Hufschlag. Die Hinterhand wird so weit in die Bahn hineingeführt, dass sich das Pferd auf 4 Hufschlaglienien bewegt. Dabei kreuzen Vorder- und Hinterbeine.
Zur Beendigung des Travers wird wie beim Beenden einer Volte auf den Hufschlag zurückgeritten.




Travers
Renvers

Auch im Renvers ist das Pferd in die Bewegungsrichtung gestellt und gebogen. Die Hinterhand bleibt auf dem Hufschlag, die Vorhand wird in die Bahn hineingeführt. Das Maß der Abstellung und Längsbiegung entspricht dem des Travers.
Beendet wird das Renvers durch Einrichten der Vorhand auf die Hinterhand.






Renvers

Traversale

In der Traversale bewegt sich das Pferd entlang einer gedachten diagonalen Linie, analog zum Travers, nahezu parallel zur langen Seite. Dabei geht die Vorhand geringfügig voraus. Kadenz und gleich bleibender Bewegungsfluss bleiben erhalten.
Es werden halbe, doppelte halbe, ganze und doppelte ganze Traversalen sowie Zick-Zack-Traversalen verlangt. Für Trabtraversalen können eine bestimmte Meterzahl (Viertellinie) gefordert werden, für Galopptraversalen entweder eine bestimmte Anzahl von Galoppsprüngen oder eine bestimmte Meterzahl. Bei jedem Richtungswechsel wird das Pferd geschmeidig in die neue Bewegungsrichtung gestellt und gebogen.

Einfacher Galoppwechsel

Beim einfachen Galoppwechsel muss der Übergang zum Schritt unmittelbar, geschmeidig und durchlässig sein. Nach 3 bis 5 klaren Schritten wird entschlossen wieder angaloppiert. Wird der einfache Galoppwechsel an einem vorgeschriebenen Bahnpunkt verlangt, sind die jeweiligen Übergänge vor bzw. nach diesem Punkt.
Fliegender Galoppwechsel

Den fliegenden Galoppwechsel springt das Pferd fließend und gelassen, gerade gerichtet und erhaben, in deutlicher Vorwärtstendenz möglichst weit durch. Dabei erfolgt das gleichzeitige Umspringen der Vorder- und Hinterbeine im Moment der freien Schwebe.






Fliegender Galoppwechsel

Serienwechsel

Die Serienwechsel sollen gerade, bergauf und im Rhythmus des Galoppsprungs ausgeführt werden. Das Tempo muss während der Serienwechsel gleichmäßig durchgehalten werden. Auf die genaue Einhaltung der jeweiligen Sprungzahl und die richtige Einteilung der Serienwechsel auf der geforderten Linie muss geachtet werden.

Galopp-Pirouette

Ganze und halbe Galopp-Pirouetten werden im versammelten Galopp geritten. Das Pferd beschreibt in gleich bleibendem Bewegungsfluss mit der Vorhand eine kreisförmige Wendung um die Hinterhand. Es ist dabei in die Bewegungsrichtung gestellt und gebogen. Der innere Hinterfuß bewegt sich auf einem möglichst kleinen Kreis. Die Hinterhand senkt sich durch den höheren Grad der Versammlung und nimmt vermehrt Last auf. Der Bewegungsablauf muss als Galoppsprung klar erkennbar sein.
Die ganze Pirouette (360°) erfordert etwa 6 bis 8, die halbe Pirouette (180°) 3 bis 4 Galoppsprünge.


Galopppirouette
Piaffe

Die Piaffe ist eine trabartige Bewegung auf der Stelle. Das Pferd beugt sich dabei vermehrt in den Hanken. Zwischen dem Auffußen der jeweiligen diagonalen Beinpaare liegt ein kurzer Aushaltemoment in der freien Schwebe. Bei elastisch federnder Rückenmuskulatur nimmt die gesenkte Hinterhand vermehrt Last auf. Das Genick bleibt der höchste Punkt. Das Pferd hebt die Unterarme etwa bis zur Waagerechten und setzt sie danach senkrecht nieder. Die lastaufnehmenden Hinterbeine fußen bis etwa in Höhe der Fesselgelenke energisch ab. In der Piaffe wird eine vorgegebene Anzahl von Tritten auf der Stelle verlangt. Dabei muss eine Vorwärtstendenz erkennbar sein. Ein Vortritt von insgesamt 1 bis 2 Hufbreit ist zulässig, in bestimmten Aufgaben auch bis zu 1m.
Piaffe

Passage

Die Passage ist eine erhabene Trabbewegung mit geringem Raumgewinn und einem deutlichen Moment der freien Schwebe. In der Passage wird der höchste Grad der Versammlung und der Kadenz im Trab erreicht.
Die in der Fußfolge des Trabes energisch vom Boden abfedernden Beinpaare halten die Schwebephase länger aus. Die Unterarme werden, wie bei der Piaffe, bis zur Waagerechten angehoben. Die bei gebeugten Hanken gut herangeschlossenen Hinterbeine federn die Last taktmäßig, fleißig und gerade nach vorwärts-aufwärts ab.


Passage


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Quellen
+
Fotomaterial:










Aufgabenheft - REITEN - Ausgabe 2000, gültig ab 1. Januar 2000
Anforderungen und Kriterien im Deutschen Turniersport gem. LPO (Nationnale Aufgaben)
Druck: September 1999; Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN)

Das große Sammelwerk PFERDE: Richtig verstehen, reiten und pflegen - Ausgabe 22, 27, 30, 36, 60
1989-1992; Hamburg: Eaglemoss Publications GmbH in Hamburg

Das Pferd von A-Z: Rassen, Zucht, Haltung / Gerhard Kapitzke
4. Auflage – München; Wien; Zürich: BLV, 1993; ISBN 3-405-13275-4

Pferde A-Z: Rassen, Reitlehre, Pferdesport, Haltung u. Pflege / Edel Marzinek-Späth
[I11.: Hans Held]. - München: Franz Schneider Verlag GmbH, 1988; ISBN 3-505-09750-0